FAQ

Welche Handbücher gibt es zu meinem Motorrad?

Ab Werk liegt der CRF natürlich ein Fahrerhandbuch bei. Sollte es bei Deiner CRF nicht auffindbar sein, schau unter die Sitzbank. Dazu müssen zwei Gepäckbefestigungs-Bolzen am Sitzbankende abgeschraubt werden und man kann die Bank nach hinten vom Tank ziehen. Die Anleitung sollte in einer Tasche mit einem Klettstreifen auf dem Schutzblech befestigt sein. Interessantes Versteck, oder? 🙂

Bedienungsanleitung der Honda CRF250L-Modelle 2013 und 2017
Fahrerhandbücher der CRF250L. Links MD38, rechts MD44.

Ist das Fahrerhandbuch verschwunden, kannst Du es bei Honda für knapp 20 Euro nachbestellen. Alternativ finden sich bei eBay viele Anbieter gebrauchter Anleitungen. Achtung, diese sind nicht zwingend deutsch, sondern oft von Importfahrzeugen. Achte also beim Kauf auf die richtige Sprache. Zur Orientierung; Die Anleitung der MD38 ist grau, die der MD44 schwarz.

Bestellnummern:
CRF250L MD38: 34KZZB01, CRF250L(A) 34KZZB21

Werkstatthandbücher gibt es in vielen Sprachen, auch Deutsch, zu Preisen um 65 Euro ebenfalls bei Honda.

Der englische Haynes-Verlag gab im Februar 2019 eine Neuauflage seiner Reparaturanleitung heraus. Diese Anleitung im A4-Format behandelt nicht nur die CRF, sondern auch die CBR-Modelle von 125-250 ccm. Während die bisherige Anleitung nur die Modelle bis 2014 behandelt, wurde die Neuauflage auf die MD44 und auch die CBR300 erweitert. Die CRF250 Rally wird aber nicht gesondert behandelt!

Erstauflage der Anleitung (für Modelle 2011 bis 2014): ISBN-10: 0857339192; ISBN-13: 978-0857339195 Amazon-Link

Zweitauflage der Anleitung (für Modelle 2011 bis 2019): ISBN-10: 1785214217; ISBN-13: 978-1785214219 Amazon-Link

Die grundsätzlich englischsprachigen Haynes-Anleitungen werden oft vom Delius-Klasing-Verlag zeitversetzt in einer deutschen Version verlegt, bisher ist das für die CRF aber noch nicht der Fall. Damit bleibt das Honda-Werkstatthandbuch bisher die einzige deutsche Veröffentlichung.


Unter der Sitzbank der MD44 ist ein roter Anschluss mit Kappe. Wofür ist der gut?

Das ist der OBD- oder Diagnoseanschluss, der ab der Euro 4-Norm vorhanden sein muss. Honda hat solche Anschlüsse auch schon vorher an einigen Euro 3-Modellen verbaut und bezeichnet sie als Diagnostic Link Connector (DLC). Die MD38 hat einen vergleichbaren weißen Anschluss unter dem Tank in Höhe des Steuerkettenschachts.

Servicestecker der CRF250L 2017
OBD-Anschluss an einer MD44. Die Kappe ist abgenommen.

Über ein Interface kann man diesen Anschluss mit einem PC oder einem Servicetester verbinden und darüber viele Funktionen und den Fehlerspeicher des Fahrzeugs auslesen. Ob Position des Seitenständers, Drehzahl oder den Temperaturwert des Ansaugluftsensors, es werden unzählige Parameter abgefragt. Das kann man auch selbst machen; entsprechende Geräte gibt es samt Software z.B. von HealTech für etwa 150 Euro (Typ OBD-H01).

Hier ein anschauliches Video von ZAMs Channel am Beispiel einer CB1300.

An diesem Stecker ist übrigens auch der Anschluss einer Ganganzeige GPDT-H01 möglich, die ebenfalls von Healtech für rund 110 Euro angeboten wird.

Webseite von Healtech

Auf chinesischen Portalen wie Aliexpress gibt es ebenfalls Ganganzeigen zu Preisen ab 25 Euro. Polo Motorrad verkauft die Ganganzeige Hagen GT3100-H1 für etwa 120 Euro. Ein wesentlicher Unterschied der teureren Healtech-Anzeige ist ein Umgebungslichtsensor, der die Helligkeit im Dunkeln dimmt.

Übrigens wird vom Motorrad kein Signal übermittelt, das den eingelegten Gang enthält (es gibt keinen echten Gangsensor an der CRF, nur einen Leerlaufschalter). Stattdessen errechnen die Anzeigen aus Geschwindigkeit und Drehzahl die Übersetzung, so dass erst nach dem Einkuppeln der eingelegte Gang “errechnet” werden kann. Ähnlich einem Fahrradcomputer muss die Anzeige daher am Motorrad angelernt werden.


Ich finde Spuren grüner Flüssigkeit am Motorschutz. Wo kommt das her?

Das ist Kühlmittel, so genanntes “weeping” (tröpfeln) der Wasserpumpe.

Auch meine MD38 hatte anfangs unerklärliche Tröpfchen grünen Frostschutzmittels am Rahmenunterzug. Es war aber weder an Wasserpumpe, Schläuchen noch Ausgleichsbehälter eine Ursache dafür erkennbar.

Tatsächlich verbirgt sich im Kupplungsdeckel (dort ist die Wasserpumpe verschraubt) am unteren Rand ein verdecktes kleines Loch.

"Bleed hole" der beiden Honda-CRF250-Generationen
Ablaufbohrung (“bleed hole”). Links: MD38, rechts: MD44

Dieses im Werkstatthandbuch als “bleed hole” (Auslaufbohrung) bezeichnete Loch führt zur Wasserpumpe. Sie ist mit zwei Dichtungen, einer mechanischen und einer Öldichtung, gegen den Deckel abgedichtet. Die mechanische Dichtung (Keramik?) muss sich aber erst einlaufen, weswegen in den ersten Einfahrkilometern dort geringe Mengen Kühlmittel austreten. Nach nun 500 Kilometern erkenne ich keine neuen Tröpfchen mehr am Rahmen. Auch viele andere Fahrer bestätigen in den Foren, dass nach ein paar hundert Meilen dort nichts mehr austrat.

Honda schreibt hierzu im englischen Werkstatthandbuch::

  • Check the bleed hole of the water pump for signs of coolant leakage. Make sure that there are no continuous coolant leakage from the bleed hole while operating the engine. NOTE: A small amount of weeping from the bleed hole is normal.

Wollte man die Dichtung aufgrund größerer Leckagen tauschen, müsste der Kupplungsdeckel entfernt und die von innen durchgesteckte Wasserpumpe ausgebaut werden, wobei beide Dichtungen zusammen mit der Wasserpumpenwelle getauscht würden. Viel Aufwand, der eben meist unnötig ist. Von Honda auf Garantie erneuerte Dichtungen hatten häufig keine sofort erkennbare Wirkung (klar, wenn die Dichtung neu ist, beginnt der Einlaufprozess von vorn).

Da Honda offenbar häufiger mit der (Garantie-)Frage konfrontiert wurde, hat man den Bereich nun abgeändert. Die MD44-Modelle haben ein nach innen abgewinkeltes Röhrchen statt der Öffnung bekommen. Einige CRF haben wohl serienmäßig einen Schlauch auf diesem Stutzen bekommen, bei meiner 2017er CRF fehlte er allerdings. Ich habe ihn darum nachgerüstet und nach hinten zum Ende des Motorschutzes geführt. Mein Foto oben zeigt links das 2014er Modell mit der alten Deckelversion. Der neue Deckel (rechts) ist vermutlich nachrüstbar an älteren CRFs, sorgt aber eben auch nur dafür, dass die Tröpfchen unauffälliger zu Boden fallen als bisher 🙂


Gibt es wirklich unterschiedliche Ölfilter bei den alten und neuen Modellen?

Ja, das stimmt. Bei der MD38 wurde der von der CBR250R bekannte Ölfiltereinsatz 15410-KYJ-901 verbaut. Obwohl die Patrone entsprechend beschriftet war (“OUT-SIDE (TOWARDS FILTER COVER)”), ließ die Form der Patrone es zu, dass diese verkehrt herum eingesetzt wurde. Die Ölversorgung wäre dann unterbrochen.

Die geschlossene Seite des Filters darf niemals zum Motor zeigen!

Bei der MD44 ab 2017 wurde der Filter deshalb verändert. Motorseitig bekam das Filtergehäuse eine umlaufende Blechkante. Da der Ölfilterdeckel im Inneren Stege aufweist, lässt sich der Filter nicht mit der Blechkante zum Deckel hin einsetzen. Dieser Filter heißt 15410-KYJ-902.

Links: neuer Filter 902 mit Blechkante, rechts: alter Filter 901.

Tatsächlich sind die Filter ansonsten identisch und jeder der beiden Filter passt in alle 250er CRF-Modelle (und auch die CBR250R). Man muss lediglich bei der Verwendung des alten Filters auf die Einbaurichtung aufpassen -aber wie gesagt, die steht ja auf dem Filtergehäuse.

Damit sind auch Zubehörfilter wie der HiFlo Filtro HF103 und HF112 grundsätzlich für alte wie neue Modelle passend.


…und wie ist das mit dem Luftfilter?

Auch hier habe ich festgestellt, dass trotz der unterschiedlichen Bestellnummern

17220-KZZ-900 für die MD38 und
17220-KZZ-J00 für die MD44

die Luftfiltereinsätze austauschbar sind -in meiner MD44 werkelt zurzeit ein Filter des alten Modells. Mehr noch, ich habe auch bei intensivem Vergleich der beiden Filter keine Unterschiede erkennen können.

Links: Luftfilter der MD44, rechts: MD38. Der linke Filter ist gebraucht und darum farblich abweichend, sonst erkennt man keinen Unterschied

Warum leuchten die vorderen Blinker der CRF ständig?

Während die MD38 über ein herkömmliches Standlicht verfügt, nämlich eine kleine Glühlampe im Hauptscheinwerfer, hat die MD44 Positionslichter. Eine Europäische Vorschrift ermöglicht seit 2011, statt eines Standlichts zwei weiße oder eben auch orange Positionsleuchten zu benutzen. Honda hat das neben anderen Modellen ab 2017 auch an der CRF umgesetzt.

Standlicht gegen Positionsleuchten an der Honda CRF250L
Immer im Einsatz: die Positionslichter der MD44 (rechts).
Links eine MD38 mit Standlicht im Scheinwerfer.

Sowohl CRF250L als auch Rally haben dazu vorn Blinker, die auch als Positionsleuchten mit verringerter Helligkeit funktionieren. Blinkt man, wird auf der entsprechenden Seite auf helleres Blinklicht umgeschaltet. Hinten arbeiten die Blinker wie immer.

Die entsprechende Vorschrift heißt UNECE 53.01, Absatz 6.6. Nicht immer wissen Polizeibeamte von dieser Gesetzesänderung. Immerhin war genau so eine Schaltung z.B. in den USA üblich, hier aber früher verboten.

Weil die Standlichtlampe entfallen ist, darf die Funktion übrigens nicht abgeklemmt werden. Detail am Rande: mit Einführung der Positionslichter bekam die CRF auch eine Warnblinkanlage.


Wie kann ich eine andere Übersetzung berechnen?

Das originale Übersetzungsverhältnis berücksichtigt auch Fahrten auf der Autobahn. Die Nenndrehzahl von 8500 Umdrehungen entspricht im letzten Gang z.B. bei der CRF250L MD38 135 km/h, bei Maximaldrehzahl 11000 Umdrehungen wären es 174 km/h. Für die Straße ist diese Übersetzung perfekt. Geländeorientierte Fahrer wünschen sich aber manchmal eine kürzere Übersetzung.

Kettensatz der CRF-Modelle von Honda
Kettensatz einer CRF250L MD38.
Kette DID 520VF (106 Glieder), Übersetzung 14:40

Die Software Geardata ermöglicht es, die Übersetzungsverhältnisse zu berechnen und die direkten Auswirkungen einer Änderung anzuzeigen. Dazu muss man die Werte für Bereifung, Primärübersetzung, Getriebeübersetzungen und Endübersetzung eingeben. Die benötigten Angaben findest Du auf der Seite “Technische Daten“. Das Programm ist direkt startbar und benötigt keine Installation. Downloadlink

Du solltest bedenken, dass das Tachosignal im Getriebe ermittelt wird und Übersetzungsänderungen nicht berücksichtigt werden. Ich empfehle darum, zur Anzeigekorrektur den “Speedo Healer” zu verwenden. Dieses Zusätzgerät ermöglicht die Anpassung der Tachoanzeige an die neuen Werte.

Link zum deutschen Vertrieb des Speedo Healer

Nach Angabe von Volker FahrLässig, dem Betreiber der Blogseite Feldwegstreuner, verursachen kleinere Ritzel vorn (weniger als 14 Zähne) ein Durchschleifen der Schwingenschützers. Es ist darum anzuraten, für kürzere Übersetzungen lieber ein größeres Kettenrad zu nutzen, auch wenn das bedeutet, dass man eine längere Kette braucht.

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